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Britta Milser Förkelstr. 13 47259 Duisburg Telefon: 0203/7577532 Mobil: 0174/3192600 bmilser@freenet.de Duisburg, 17.02.2003 EINE CHANCE FÜR JUDITH Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin mit Uta Schäfer seit unserer gemeinsamen Kindergartenzeit befreundet. Wir gingen beide auf die Grundschule in Duisburg Mündelheim und waren aktiv in der Kinder- und Jugendarbeit der Pfarrgemeinde St. Dionysius dabei. Uta´s Familie ist mir ebenfalls seit meiner Kindheit bekannt, und ich weiß, dass Uta in einem sehr harmonischem zu Hause aufgewachsen ist. Wer in einer gesunden Familie aufwächst, bekommt schon von Kind an mit, dass die Familie etwas "heiliges" ist. Als Uta und Bernd heirateten und kurz danach stolz berichteten, dass sie ein Kind erwarten, konnte man fast neidisch werden, weil heutzutage leider nicht mehr vielen Menschen das Glück einer kleinen Familie vergönnt ist. Umso mehr war ich schockiert, als ich davon hörte, dass dieses Familienglück aufgrund eines, meiner Meinung nach, unglücklichen Irrtums zerstört wurde. Ich habe Judith und Uta oft im Krankenhaus besucht und ständig mitbekommen, wie es um die Kleine stand, und wie besorgt die Eltern und alle anderen Familienangehörigen und Freunde waren. Die Fürsorge, die Uta und Bernd ihrer Tochter während dieser Zeit haben zukommen lassen, würde doch kein Mensch seinem Kind zuteil werden lassen, der es angeblich irgendwie schädigen will !?! Ich kann mir in keiner Weise vorstellen, dass die Anschuldigungen, die gegen Uta gehegt werden, auch nur einem Fünkchen der Wahrheit entsprechen könnten. Alles was ihr vorgeworfen wird, z.B. dass sie dem Kind Abführmittel verabreicht haben soll, und dass es Judith nach der Trennung der Mutter auf einmal besser ging, wurde inzwischen widerlegt ( in den Medikamenten, die Judith in der Uniklinik Bonn bekommen hat war Sorbit enthalten, was bekanntlich eine abführende Wirkung hat. Außerdem ging es Judith erst nach einiger Zeit besser, nachdem man in der Klinik die Nahrung umgestellt hatte.) Vielleicht war für die Eßstörungen bei Judith auch eine psychische Belastung die Ursache - Uta war so besorgt um die Gesundheit von Judith, dass sich die Nervosität von der Mutter auf das Kind übertragen hat. Das wäre eine einfache und plausible Erklärung. Egal, was es gewesen sein könnte, es wurde von den Ärzten der Uniklinik eine These erstellt und es ist unfassbar, dass das Jugendamt dieser These ohne irgendeinen Beweis zu haben, Glauben geschenkt hat. Genauso kann ich es nicht verstehen, dass das Gutachten, was Uta selbst über sich hat erstellen lassen, ihr jetzt zu Lasten gelegt wird. Wäre nicht jeder Mensch psychisch angeschlagen, dem man das Wertvollste, was er hat, einfach entziehen würde ?? Wie würden Sie sich fühlen ?? Dass man damit eine Familie zerstört hat, dass man einem kleinen Kind die Chance verbaut hat in einem harmonischen zu Hause aufzuwachsen, dass man das soziale Umfeld der Familie Schäfer, deren Familien und deren Freunde völlig außer Acht lässt, dass man, obwohl die aufgestellte These aufgrund starker Lücken längst hätte verworfen werden müssen, immer noch daran festhält und dass man jetzt auch noch Judith aus der Pflegefamilie gerissen hat und in ein Kinderheim gesteckt hat, sind nur in Kurzfassung die Tatsachen der Geschichte, die in mir maßlose Empörung, Ärger und Fassungslosigkeit auslösen. Ich frage mich, wieso das Deutsche Rechtssystem, dem ich, genauso wie der deutschen Bürokratie, bislang mein vollstes Vertrauen geschenkt habe, hier nun völlig versagt hat !! Ich bitte Sie, die ganze Angelegenheit nochmals genau zu prüfen. Stellen Sie sich doch bitte mal die Frage, warum die Familie und alle Freunde und Bekannten von Judith, Uta und Bernd voll und ganz hinter ihnen stehen. Ich bin der Meinung, dass ihnen Unrecht getan wird, und dass die Familie Schäfer eine Chance verdient. Judith soll nicht in einem Kinderheim aufwachsen. Es ist schlimm genug, dass es Kinder gibt, die keine Eltern haben oder aus zerrütteten Familien stammen. Muss man Kindern wie Judith dann auch noch die Zukunft verbauen ?? Mit freundlichen Grüßen Britta Milser |