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Express (Düsseldorf) vom 27.11.2002 Mutter verzweifelt: Gebt mir mein Kind zurück Eltern klagen gegen das Duisburger Jugendamt von Michael Kerst Duisburg - Ich kann jeden Morgen in den Spiegel schauen und sagen: `Ich habe Judith nichts angetan`" Uta Schäfer (30) ist den Tränen nahe, wenn sie auf das Bettchen im Kinderzimmer sieht und dabei an ihre zweieinhalbjährige Tochter denken muss. Das kleine Mädchen wurde Uta Schäfer und ihrem Mann Bernd vom Duisburger Jugendamt weggenommen - auf Lebenszeit. In der heutigen Ausgabe des ProSieben" - Magazins taff" erzählen die beiden verzweifelten Eltern vom langen Kampf um ihre Tochter. Und sie sehen sich dabei einem übermächtigen Gegner gegenüber: Prof.Dr.L. von der Bonner Uniklinik behauptet, Uta Schäfer leide am sogenannten Münchhausen -Syndrom". Das ist der krankhafte Zwang, anderen Menschen Schaden zuzufügen. Der grauenhafte Vorwurf des Bonner Mediziners: Die Mutter habe ihrem wenige Monaten alten Kind starke Abführmittel gegeben. Das ist alles nicht wahr. Judith hatte eine hartnäckige Virusinfektion im Darmtrakt, war deshalb bei Prof.L. in Behandlung", erzählen die Eltern bei taff". Der Arzt habe eine Darmtransplantation vorgeschlagen. Das erschien uns zu radikal - wir wollten noch die Meinung eines anderen Arztes einholen." Da habe Prof.L. das Jugendamt eingeschaltet und dort seinen zweifelhaften Befund über die Mutter vorgebracht: Frau Schäfer hat das Münchhausen-Syndrom!" Volker Laubert von der Aktion Rechte für Kinder" kritisiert: Das war eine reine Wegnahme-Diagnose, die Jugendämtern eine rechtliche Handhabe liefern soll." Der Anwalt der Schäfers schließt sich dieser Kritik an: Prof.Dr.L. ist umstritten", so Gerald Schädlich in der taff" Sendung. Grund dafür ist eine Form von Größenwahn, die nach Meinung einiger Kollegen stark behandlungsbedürftig ist." Ebenso unklar wie die Glaubwürdigkeit des Professors sei die Herkunft der Stuhlprobe, auf Grund derer das kleine Mädchen seinen Eltern weggenommen wurde und die angeblich Spuren von Abführmitteln enthielt. Im Herbst 2000 hat das Jugendamt Uta und Bernd Schäfer das Sorgerecht entzogen - laut taff." Auf Lebenszeit. Bei jedem Straftäter heißt lebenslang 15 Jahre. Es kann nicht sein, dass man bei einem Verdacht ohne Beweise sagt: Für immer und ewig", schüttelt Uta Schäfer den Kopf. Das Duisburger Jugendamt hält den Aufenthaltsort der inzwischen zweieinhalbjährigen Judith geheim. Seit sechs Monaten haben die Schäfers ihre Tochter nicht mehr gesehen. Doch die verzweifelten Eltern wollen sich mit dieser Entscheidung keinesfalls abfinden. Sie klagen jetzt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, wollen unbedingt das Sorgerecht erstreiten. Gebt uns Judith zurück!" fordert Uta Schäfer. | |