| |
Neue Ruhr Zeitung vom 11.12.2002 Hunderte Lichter brannten Kinder / Etwa 150 Menschen beteiligten sich an der Menschen-Lichter-Kette, zu der Freunde des Mündelheimer Paares Schäfer aufgerufen hatten. Die Eltern kämpfen um das Sorgerecht ihrer Tochter. Etwa 150 Menschen mögen es gewesen sein, die sich gestern Abend mit Kerzen und Laternen ausgestattet bei klirrender Kälte an der Mündelheimer St. Dionysiuskirche eingefunden hatten. Sie alle wollten mit ihrer Teilnahme an einer langen Menschen-Lichter-Kette rund um die Kirche ihre Solidarität mit dem Mündelheimer Ehepaar Uta und Bernd Schäfer bekunden (die NRZ berichtete). Ich möchte so vieles sagen, aber mir fehlen die Worte", sagte der sichtlich gerührte Bernd Schäfer bei seiner kurzen Ansprache. Judith hätte den Anwesenden mit ihrem ureigenen Lachen gedankt, führte er weiter aus, bevor er sich offensichtlich um Fassung ringend abwendete. Die allgemeinen Menschenrechte seien den Schäfers nicht ganz zuteil geworden, verkündete Cordula Zinkann, die Organisatorin der Kette, an jenem gestrigen Tag der Menschenrechte und warb um Unterstützung, damit die kleine Tochter Judith zurück in die Familie geführt werden könne. Sodann begannen die Menschen, die sich bis dahin in einem Pulk vor dem Gemeindehaus aufgehalten hatten, sich um die Kirche herum zu verteilen. Dicht an dicht gedrängt, ob der höchst eisigen Temperaturen ließen sie kaum eine nennenswerte Lücke. Dem Ehepaar Schäfer war im Mai das Sorgerecht für ihre mittlerweile zweieinhalbjährige Tochter entzogen worden. Begründet wurde der Beschluss mit einem Gutachten, aufgrund dessen bei der Mutter das so genannte Münchhausen Syndrom by Proxy nicht ausgeschlossen werden könne. Jetzt kämpfen die Eltern um ihr Kind. (sovo) | |