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Richter fehlt das Rückgrat Zu Mitten im kaukasischen Kreidekreis" Durch ihren Artikel haben wir u.a. gelernt, dass Richter Nießalla sehr belesen zu sein scheint. Er kennt Brechts kaukasischen Kreidekreis, weiß, dass in Amerika anders um Kinder gestritten wird. Aber kennt er auch das Gedicht "Sind so kleine Hände" von Bettina Wegner, welches später unter dem Titel Kinder" von Joan Baez vertont wurde? Darin heißt es u.a. ...gerade, klare Menschen wär`n ein schönes Ziel, Leute ohne Rückgrat haben wir schon zuviel..." An diese Zeilen musste ich denken, als ich Ihren Artikel gelesen habe, da ich befürchte, dass auch der Richter Nießalla zu jenen Menschen gehört, die nicht das Rückgrat besitzen, eigene Fehler auch zuzugeben. Wie wäre sonst zu erklären, dass es in seinem Arbeitsalltag auch Fälle gibt, in denen er alle Zweifel ausblendet, die durch Sachverständige aufgeworfen werden, nur um von seinem ursprünglichen (Vor-)Urteil nicht abrücken zu müssen? Doch leider wurde hier die Chance vertan, auch mal Fragen nach der Fehlerquote in Urteilen zu stellen. Vielmehr hat man einem Richter ein Podium für seine Selbstdarstellung geboten. Stefan Korell | |
Die Wurzeln ausgelöscht Zu Mitten im kaukasischen Kreidekreis" vom 09. April Ihren Artikel habe ich mit großem Interesse, aber auch mit einiger Verwunderung gelesen, da Herr Nießalla darin als unfehlbarer Bewahrer des Kindeswohls beschrieben wird. Wie passt es zusammen, dass Herr Nießalla einerseits sein staatliches Wächteramt hervorhebt, er sich aber andererseits kein umfassendes, neutrales Bild vom Sachverhalt macht? So hat er es im "Fall Judith Schäfer" z.B. nicht für nötig befunden, eine komplette und vollständige Krankenakte hinzuzuziehen und hat sich einzig auf die, nachweislich unkorrekten, Behauptungen eines Professors verlassen, welcher als Verfahrensauslöser als nicht neutral angesehen werden kann. Wie passt es zusammen, dass Herr Nießalla einerseits behauptet Wert auf das Gespräch mit dem Kind und den Eltern zu legen, es aber andererseits solche Gespräche im "Fall Judith Schäfer" niemals gab? Darüber hinaus hat sich Herr Nießalla in dem rund 20 Monate dauernden Verfahren vor dem Amtsgericht nicht ein einziges Mal ein persönliches Bild vom Verhältnis zwischen Eltern und Kind gemacht. Wie passt es zusammen, wenn Herr Nießalla einerseits vorgibt, nur zum Wohl des Kindes zu handeln, er aber andererseits eine komplette Familie in Sippenhaft nimmt und damit die Wurzeln eines Kindes völlig auslöscht? Hinsichtlich des Herrn Nießalla bleiben also viele Fragen und vielleicht ist der "Fall Judith Schäfer" ja ein Einzelfall, aber gerade in diesem konkreten Beispiel gibt es leider eine sehr deutliche Diskrepanz zwischen den edlen und wichtigen Zielen, die Herr Nießalla in dem WAZ-Artikel anführt und seiner Umsetzung dieser Ziele in der Realität. Bernd Schäfer Vater von Judith Schäfer |
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Realität ist unmenschlich Zu Mitten im kaukasischen Kreidekreis" vom 09. April Ein Richter, der sich für die Rechte der Kinder einsetzt, der Gespräche mit allen Beteiligten führt und der den Sachverhalt sorgfältig ermittelt, bevor er entscheidet. Hört sich wirklich prima an und wäre in einem Sorgerechtsverfahren das Beste was einem Kind passieren könnte - doch leider sieht die Realität oftmals anders aus. Überforderte Richter, denen es widerstrebt, Fehler zugeben zu müssen und lieber bei der einmal eingeschlagenen Richtung bleiben; Richter, die sich lieber einer vorgefertigten Meinung anschließen, als sich selbst die Mühe machen zu müssen den Sachverhalt zu ermitteln. Konkret heißt dies: Ein Richter (Nießalla) verzichtet eigenmächtig auf eine komplette Krankenakte. Ein Richter führt keinesfalls Gespräche mit den Eltern und ignoriert ein komplettes, soziales Umfeld. Ein Richter zieht zum Anhörungstermin lediglich genehme, von ihm ausgesuchte Zeugen hinzu und ignoriert alle von der Verteidigung namentlich benannten Sachverständigen (Kinderarzt, Psychologe, Pflegefamilie usw.). Ein Richter unterbindet selbst den Umgangskontakt zwischen einem Kind und dem leiblichen Vater, obwohl dieser gänzlich unverdächtig ist und auch den Kontakt des Kindes zu allen Großeltern, weil diese sich nicht von der Tochter/Schwiegertochter distanzieren. Es ist schade, dass in ihrem Artikel nur vom Anspruch, sich für die Rechte der Kinder einzusetzen, berichtet wird, nicht aber von der oft unmenschlichen Realität, nicht von der Trauer, die ein Fehlurteil über eine glückliche Familie bringen kann. Andrea Nückel | |