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Martin und Marina Reicherts Am Hasselberg 21 47259 Duisburg Duisburg, den 11.07.2002 Sehr geehrte Damen und Herren! In völliger Hilflosigkeit und Fassungslosigkeit wenden wir uns an Sie. Seit 20 Monaten warten wir auf ein normales Familienleben zusammen mit unserer Nichte Judith. Seit 20 Monaten müssen wir voller Entsetzen miterleben, wie eine Familie und damit meinen wir nicht nur die Kernfamilie Schäfer, sondern auch die Großfamilie, mit Großeltern, Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen und allen Anverwandten, zerstört wird. Der Vorwurf, mit dem unsere Schwägerin bzw. Schwester konfrontiert wird, nämlich ihr Wunschkind mißhandelt zu haben, führte das Amtsgericht Duisburg nach, unserer Auffassung, unmenschlich langer Untersuchungsdauer zu dem Entschluß, den Eltern das bis dahin ohnehin schon begrenzte Umgangsrecht mit Judith vollkommen zu entziehen. Niemand aus der Familie weiß, wo Judith nun lebt und wie es ihr geht. Man muß keine psychologischen Kenntnisse vorweisen um sich vorstellen zu können, welche Konfusion in Judith`s jungem Leben dadurch erzeugt wird. Die Aussage, daß alle Maßnahmen zu Judith`s Wohl und Schutz getroffen werden, können wir nur negieren. Es kann nicht zum Wohle eines Kindes sein, aus seinem bisherigen Beziehungsgefüge gerissen zu werden, fort von der Gastfamilie, in der Judith 19 Monate lang integriert war, fort von ihren Eltern, die regelmäßig bei Judith waren, fort von ihrer gesamten Großfamilie, die im Rahmen der gegebenen, gezwungenermaßen begrenzten Möglichkeiten, regelmäßig zu Judith Kontakt hatten und ihr die Präsenz ihrer Familie gezeigt haben. So sehr wir uns auch bemühen, wir können den im Grundgesetz verankerten Schutz der Familie nirgendwo erkennen. Der Vorwurf der Kindesmißhandlung ist für uns absolut indiskutabel. Wir schätzen unsere Schwägerin bzw. Schwester als verantwortungsvolle, kinderliebende, ehrliche, einfühlsame Person. Natürlich sind wir uns der Tatsache bewußt, daß eine solche Einschätzung durch Familienmitglieder nicht als objektiv gewertet wird, allerdings geben auch die als objektiv in der Akte fixierten Verdachtsmomente für uns keinerlei Anlaß zu Zweifeln an der Unschuld von Frau Schäfer. Sie hat unser vollkommenes Vertrauen; wir haben ihr unsere Kinder immer schon anvertraut und werden es auch weiterhin ohne den geringsten Zweifel tun! Wie erklären wir unseren Kindern die Sachlage? Kinder brauchen die Sicherheit und Geborgenheit ihrer Eltern und bis jetzt glaubten wir, diese Sicherheit und Geborgenheit gewährleisten zu können. Der richterliche Beschluß und die Verfahrensweise machen es unseren Kindern und uns schwer, daran weiterhin zu glauben. Wir sind uns sicher, daß zum immer wieder zitierten Schutz und Wohle Judith`s andere Wege durchaus möglich gewesen wären und auch noch weiterhin sind. Im Namen von Judith, im Namen von Judith`s Familie bitten wir Sie um Hilfe.! Wir wissen nicht, wie groß Ihre Einflußnahme auf diesen Fall sein kann, aber wir alle hoffen, daß Judith so schnell wie möglich wieder bei ihren leiblichen Eltern leben kann und somit die Chance auf ein ruhiges und normales Leben erhält. Mit freundlichem Gruß Marina Reicherts Martin Reicherts |