Auf dieser Seite möchte ich euch Marion, Detlef, Lisa und Vanessa Scheberg vorstellen - meine erste Pflegefamilie, bei der ich 19 Monate (vom 19.10.2000 bis zum 17.05.2002) gelebt habe.

Als mich Marion am 19.10.2000 zusammen mit einem Herrn vom Jugendamt Duisburg aus der Uniklinik Bonn abgeholt hat, war ich zunächst skeptisch, was mich in der Fremde wohl erwarten würde. Doch ich habe dann ziemlich schnell gemerkt, dass mich die Schebergs ganz doll lieb hatten - aber ebenso schnell beruhte dies auf Gegenseitigkeit.

Mama und Papa durften mich dort ganz oft besuchen. Das fand ich richtig klasse, denn so konnte ich mich von meinen Eltern und von meiner Pflegefamilie verwöhnen lassen, was ich auch ausgiebig genossen habe.

Auch wenn dies sicherlich nur als Zwischenlösung gedacht war - im Hinblick auf das damals noch schwebende Verfahren, war es das Beste was mir passieren konnte. Ich habe mich ziemlich gut entwickelt, hatte überhaupt keine gesundheitlichen Probleme und konnte sehr gut zwischen Marion & Detlef und Mama & Papa unterscheiden - doch leider hat dies für die Entscheidungsträger (Richter, Jugendamt, Verfahrenspflegerin) überhaupt keine Rolle gespielt, als sie mich am 17.05.2002 völlig unvorbereitet all meinen vertrauten Personen entrissen und, ohne mich zu fragen, eigenmächtig entschieden, wie mein Wohl gefälligst auszusehen hat...

Ich kann bis heute nicht verstehen, was denn schlimm daran war, dass sich meine Eltern und meine Pflegeeltern zusammengerauft haben, um gemeinsam das Beste aus einer unbefriedigenden Situation zu machen???

Wer daran etwas auszusetzen hat, dem sind abstruse Hirngespinste eines besessenen Professors wohl näher als Realitäten...

mit Marion in Winterberg
beim Plantschen
mit Vanessa
mit Lisa in
Porto San Stefano
mit Marion und Detlef in Südfrankreich

P.S.
Obwohl inzwischen viel Zeit vergangen ist, seit ich zuletzt mit Marion & Detlef, Vanessa & Lisa lachen durfte, habe ich nicht vergessen, was sie für
mich getan haben. Deshalb hat es mich auch sehr gefreut, dass dies im Nachhinein doch noch gewürdigt wurde.

Am 17.05.2003 - genau ein Jahr nach meiner anonymen Unterbringung!! - hat nämlich die "Aktion Rechte für Kinder e.V." auf ihrer jährlichen Mitgliederversammlung den einstimmigen (!) Beschluss gefasst, die Familie Scheberg mit dem Titel "Pflegefamilie des Jahres" auszuzeichnen. Diese wunderbare Idee hätte glatt von mir stammen können. Denn ich durfte am eigenen Leib spüren, was es heißt, das Pflegekind in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen, als sie es mir trotz Inpflegenahme ermöglichten, einen (fast) normalen, unbelasteten Kontakt zu Mama & Papa und den übrigen Verwandten aufrechtzuerhalten. Wie wichtig dies für mich war, wird jeder einigermaßen klar denkende Mensch nachvollziehen können - sie waren von allen, die scheinheilig vorgaben sich für mein Wohl einzusetzen, die einzigen (!), die mich und meine Bedürfnisse wirklich ernst genommen haben... und sind dafür vom Jugendamt Duisburg leider fallengelassen worden. Armes Duisburg und glückliches Dinslaken, wo man die Schebergs inzwischen gerne in den Kreis ihrer Pflegefamilien aufgenommen hat.